Geschenke des Himmels 3

Geschenke des Himmels 3

Als Pedro mich fragte, ob ich im November noch einmal nach Peru kommen möchte, brauchte ich nicht zu überlegen. Ein klares deutliches JA kam über meine Lippen. Die Zeit verging wie im Flug. Schnell saß ich wieder im Flugzeug nach Lima. Eine Reise an der Küste in Richtung Süden, über die Anden zum Titicacasee und noch einmal nach Cusco in die Stadt meiner Träume. Wie würde ich diese Reise erleben? Welche Erkenntnis würde mir diese Reise wohl bringen? Voller Vertrauen gab ich mich den Plänen meines Begleiters hin. Wir verbrachten einen Tag in Lima, dann ging es weiter über die Panamericana am Pacific entlang zu den Isla Ballestas und ins Paracas Resort. Noch nie habe ich mich der Natur so nahegefühlt, noch nie habe ich die Dimensionen von Mutter Erde so stark wahrgenommen wie an diesem Ort. Vor lauter Glück schossen mir die Tränen in die Augen.
In diesem kurzen Moment an den Klippen am Pazifik hat sich meine Einstellung zum Leben einfach grundlegend verändert. Augenblicklich war mir klar wie klein ich bin, wenn ich das große Ganze betrachte.

Unsere Reise ging weiter. Wir fuhren über Ica nach Nasca, zu den Nazca-Linien. Pedro wollte dort mit mir auf einen Aussichtsturm steigen, um mir einen kleinen Teil dieser misteriösen Linien zu zeigen. Doch das reichte mir nicht aus. Irgendwo hatte ich gelesen, daß über die Nazcalines Rundflüge angeboten werden und dieser Gedanke ließ mich einfach nicht mehr los… Es war ein Traum… einfach unbeschreiblich, unbeschreiblich schön, unbeschreiblich nah…..

Wir frühstückten auf der Straße, holten unser Mittagessen auf dem Markt und zum Abendsessen suchten wir uns eine peruanische Kneipe. Alles ist so unbeschwert und einfach. Wir besuchten Colca Canyon und die heißen Thermen in Chivay und landeten schließlich in einem fantastischen Hotel in Puno am Titicacasee. Ich liebe den Titikakasee und ich liebe es unsere Gastfamilie auf Amantanie zu besuchen, ich liebe all die Zeremonien, die wir auf dieser Reise durchgeführt haben, all die Orte, die wir gesehen haben und ich liebe Cusco. Cusco ist für mich auf dieser Reise zu einem zweiten Zuhause geworden. Ich liebe die Märkte, die Gassen, das heilige Tal, Taxi Collectivo und Meerschweinchen, genauso wie die kleinen Läden in denen es alles für schamanische Arbeiten zu kaufen gibt… ich liebe die Art dort zu leben und bin voller Dankbarkeit für jeden Moment, den ich in Peru erleben darf. Und ich liebe die Momente der Erkenntnis: Wieder einmal befanden wir uns an einer dieser unendlichen Tempelanlagen und Heiligtümern in der Nähe von Cusco. Wieder einmal führte und der Weg einen Hang hinab, was für mich, mit meinen schmerzenden Knien, einfach anstrengend ist. Es war ein sehr kraftvoller Platz, mit starken regenbogenfarbenen Energien. Ich sollte auf einen schroffen Felsen steigen, Pedro zeigte mir einen einfachen Weg hinauf. Doch meine Knie waren einfach nicht stark genug, wieder schossen mir Tränen in die Augen, wieder einmal war da diese Verzweiflung und diese Wut in mir, die mich glauben lassen wollte, unfähig zu sein und es nicht schaffen zu können. Obwohl Pedro mir liebevoll seine Hand reichte, war ich nicht in der Lage diesen Felsen zu erklimmen. Doch konnte ich dieses Mal liebevoll die Verzweiflung loslassen, die Zweifel loslassen und mir eingestehen, daß es auf diesem Weg für mich eben nicht möglich ist. In diesem Moment, als ich mein Gefühl der Ausweglosigkeit gehen ließ, konnte ich meinen eigenen Weg erkennen, mühelos und ohne Hilfe konnte ich den Felsen mit wenigen Schritten erklimmen. So wurde ‚Den eigenen Weg finden.‘ zum Motto meiner zweiten Reise nach Peru.

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